adminForge

free | no tracking | no logging | no advertising

Das ist unser Motto. Mit adminForge bieten wir kostenlose Dienste an. Unser Ziel ist es, eine freie und datensparsame Alternative zu bekannten Diensten bereitzustellen. Seit 2014 betreiben wir adminForge gemeinsam mit Spaß an der Technik und an Open-Source.

Debian RPC Port 111 schließen

Als Serveradmin kann es nach einer Debian-Installation vorkommen, dass ihr Post vom BSI CERT-Bund bekommt. In dieser E-Mail wird geschrieben, dass der offene Port 111 für DDoS-Reflection Angriffe missbraucht werden könnte. Debian macht diesen Portmapper/RPC Port bei einer Standardinstallation leider automatisch für das gesamte Internet erreichbar.

Original Abuse E-Mail vom CERT-Bund:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Portmapper-Dienst (portmap, rpcbind) wird benötigt, um
RPC-Anfragen einem Dienst zuzuordnen. Der Portmapper-Dienst wird
u.a. für Netzwerkfreigaben über das Network File System (NFS)
benötigt. Der Portmapper-Dienst verwendet Port 111 tcp/udp.

Ein offen aus dem Internet erreichbarer offener Portmapper-Dienst kann
von einem Angreifer zur Durchführung von DDoS-Reflection-Angriffen
missbraucht werden. Weiterhin kann ein Angreifer darüber Informationen
über das Netzwerk erlangen, wie z.B. laufende RPC-Dienste oder
vorhandene Netzwerkfreigaben.

In den letzten Monaten wurden Systeme, welche Anfragen aus dem
Internet an den Portmapper-Dienst beantworten, zunehmend zur
Durchführung von DDoS-Reflection-Angriffen gegen IT-Systeme Dritter
missbraucht.

Betroffene Systeme in Ihrem Netzbereich:

Format: ASN | IP | Timestamp (UTC) | RPC response
 xxxxx | xxx.xxx.xxx.xxx | 2020-08-11 06:15:40 | 100000 4 111/udp; 100000 3 111/udp; 100000 2 111/udp; 100000 4 111/udp; 100000 3 111/udp; 100000 2 111/udp; 100005 1 32767/udp; 100005 1 32767/udp; 100005 2 32767/udp; 100005 2 32767/udp; 100005 3 32767/udp; 100005 3 32767/udp; 100003 3 2049/udp; 100003 4 2049/udp; 100227 3 2049/udp; 100003 3 2049/udp; 100227 3 2049/udp; 100021 1 34649/udp; 100021 3 34649/udp; 100021 4 34649/udp; 100021 1 21505/udp; 100021 3 21505/udp; 100021 4 21505/udp;

Wir möchten Sie bitten, den Sachverhalt zu prüfen und Maßnahmen zur
Absicherung der Portmapper-Dienste auf den betroffenen Systemen zu
ergreifen bzw. Ihre Kunden entsprechend zu informieren.

Falls Sie kürzlich bereits Gegenmaßnahmen getroffen haben und diese          
Benachrichtigung erneut erhalten, beachten Sie bitten den angegebenen          
Zeitstempel. Wurde die Gegenmaßnahme erfolgreich umgesetzt, sollten
Sie keine Benachrichtigung mit einem Zeitstempel nach der Umsetzung
mehr erhalten.

Weitere Informationen zu dieser Benachrichtigung, Hinweise zur
Behebung gemeldeter Sicherheitsprobleme sowie Antworten auf hufig
gestellte Fragen finden Sie unter:
<https://reports.cert-bund.de/>

Diese E-Mail ist mittels PGP digital signiert.
Informationen zu dem verwendeten Schlüssel finden Sie unter:
<https://reports.cert-bund.de/digitale-signatur>

Bitte beachten Sie:
Dies ist eine automatisch generierte Nachricht. Antworten an die
Absenderadresse <reports@reports.cert-bund.de> werden NICHT gelesen
und automatisch verworfen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte
unter Beibehaltung der Ticketnummer [CB-Report#...] in der
Betreffzeile an <certbund@bsi.bund.de>.

!! Bitte lesen Sie zunächst unsere HOWTOs und FAQ, welche unter
!! <https://reports.cert-bund.de/> verfügbar sind.



Mit freundlichen Gren / Kind regards
Team CERT-Bund

Bundesamt fr Sicherheit in der Informationstechnik
Federal Office for Information Security (BSI)
Referat OC23 - CERT-Bund
Godesberger Allee 185-189, 53175 Bonn, Germany

Ich zeige euch wie ihr den Port mit nur wenigen Befehlen schließen könnt.

ACHTUNG: Wenn der Debian-Server als NFS-Server genutzt wird, darf der Port nicht geschlossen werden!

Punkt 1: Prüfen ob Port 111 offen ist

Mit rpcinfo -p prüfen wir ob der Portmapper Dienst läuft.

rpcinfo -p
   program vers proto   port  service
    100000    4   tcp    111  portmapper
    100000    3   tcp    111  portmapper
    100000    2   tcp    111  portmapper
    100000    4   udp    111  portmapper
    100000    3   udp    111  portmapper
    100000    2   udp    111  portmapper
    100024    1   udp  53272  status
    100024    1   tcp  52179  status
    100005    1   udp  20048  mountd
    100005    1   tcp  20048  mountd
    100005    2   udp  20048  mountd
    100005    2   tcp  20048  mountd
    100005    3   udp  20048  mountd
    100005    3   tcp  20048  mountd
    100003    3   tcp   2049  nfs
    100003    4   tcp   2049  nfs
    100227    3   tcp   2049  nfs_acl
    100021    1   udp  53754  nlockmgr
    100021    3   udp  53754  nlockmgr
    100021    4   udp  53754  nlockmgr
    100021    1   tcp  44609  nlockmgr
    100021    3   tcp  44609  nlockmgr
    100021    4   tcp  44609  nlockmgr

Weiter prüfen wir ob der Dienst, wie Debian üblich, auf 0.0.0.0:111 lauscht.

netstat -ntupl | grep 111
tcp        0      0 0.0.0.0:111             0.0.0.0:*               LISTEN      1/init
tcp6       0      0 :::111                  :::*                    LISTEN      1/init
udp        0      0 0.0.0.0:111             0.0.0.0:*                           1/init
udp6       0      0 :::111                  :::*                                1/init

Punkt 2: RPC Port 111 schließen

Sollte man keinen NFS-Server betreiben, ist es am sinnvollsten den RPC Dienst zu stoppen und deaktivieren.

systemctl stop rpcbind
systemctl disable rpcbind
systemctl mask rpcbind
systemctl stop rpcbind.socket
systemctl disable rpcbind.socket

Punkt 3: Prüfen ob Port 111 geschlossen ist

Wir prüfen ob der Dienst maskiert und deaktiviert wurde.

systemctl status rpcbind
● rpcbind.service
   Loaded: masked (Reason: Unit rpcbind.service is masked.)
   Active: inactive (dead)

Jetzt prüfen wir noch ob der Port 111 wirklich geschlossen ist und kein Dienst mehr auf dem Port läuft.

netstat -ntupl | grep 111
... leere Ausgabe ...

 

Euer adminForge Team

UnterstützenDas Betreiben der Dienste, Webseite und Server machen wir gerne, kostet aber leider auch Geld.
Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende.