Als Serveradmin kann es nach einer Debian-Installation vorkommen, dass ihr Post vom BSI CERT-Bund bekommt. In dieser E-Mail wird geschrieben, dass der offene Port 111 für DDoS-Reflection Angriffe missbraucht werden könnte. Debian macht diesen Portmapper/RPC Port bei einer Standardinstallation leider automatisch für das gesamte Internet erreichbar.
Original Abuse E-Mail vom CERT-Bund:
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Portmapper-Dienst (portmap, rpcbind) wird benötigt, um
RPC-Anfragen einem Dienst zuzuordnen. Der Portmapper-Dienst wird
u.a. für Netzwerkfreigaben über das Network File System (NFS)
benötigt. Der Portmapper-Dienst verwendet Port 111 tcp/udp.
Ein offen aus dem Internet erreichbarer offener Portmapper-Dienst kann
von einem Angreifer zur Durchführung von DDoS-Reflection-Angriffen
missbraucht werden. Weiterhin kann ein Angreifer darüber Informationen
über das Netzwerk erlangen, wie z.B. laufende RPC-Dienste oder
vorhandene Netzwerkfreigaben.
In den letzten Monaten wurden Systeme, welche Anfragen aus dem
Internet an den Portmapper-Dienst beantworten, zunehmend zur
Durchführung von DDoS-Reflection-Angriffen gegen IT-Systeme Dritter
missbraucht.
Betroffene Systeme in Ihrem Netzbereich:
Format: ASN | IP | Timestamp (UTC) | RPC response
xxxxx | xxx.xxx.xxx.xxx | 2020-08-11 06:15:40 | 100000 4 111/udp; 100000 3 111/udp; 100000 2 111/udp; 100000 4 111/udp; 100000 3 111/udp; 100000 2 111/udp; 100005 1 32767/udp; 100005 1 32767/udp; 100005 2 32767/udp; 100005 2 32767/udp; 100005 3 32767/udp; 100005 3 32767/udp; 100003 3 2049/udp; 100003 4 2049/udp; 100227 3 2049/udp; 100003 3 2049/udp; 100227 3 2049/udp; 100021 1 34649/udp; 100021 3 34649/udp; 100021 4 34649/udp; 100021 1 21505/udp; 100021 3 21505/udp; 100021 4 21505/udp;
Wir möchten Sie bitten, den Sachverhalt zu prüfen und Maßnahmen zur
Absicherung der Portmapper-Dienste auf den betroffenen Systemen zu
ergreifen bzw. Ihre Kunden entsprechend zu informieren.
Falls Sie kürzlich bereits Gegenmaßnahmen getroffen haben und diese
Benachrichtigung erneut erhalten, beachten Sie bitten den angegebenen
Zeitstempel. Wurde die Gegenmaßnahme erfolgreich umgesetzt, sollten
Sie keine Benachrichtigung mit einem Zeitstempel nach der Umsetzung
mehr erhalten.
Weitere Informationen zu dieser Benachrichtigung, Hinweise zur
Behebung gemeldeter Sicherheitsprobleme sowie Antworten auf hufig
gestellte Fragen finden Sie unter:
<https://reports.cert-bund.de/>
Diese E-Mail ist mittels PGP digital signiert.
Informationen zu dem verwendeten Schlüssel finden Sie unter:
<https://reports.cert-bund.de/digitale-signatur>
Bitte beachten Sie:
Dies ist eine automatisch generierte Nachricht. Antworten an die
Absenderadresse <reports@reports.cert-bund.de> werden NICHT gelesen
und automatisch verworfen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte
unter Beibehaltung der Ticketnummer [CB-Report#...] in der
Betreffzeile an <certbund@bsi.bund.de>.
!! Bitte lesen Sie zunächst unsere HOWTOs und FAQ, welche unter
!! <https://reports.cert-bund.de/> verfügbar sind.
Mit freundlichen Gren / Kind regards
Team CERT-Bund
Bundesamt fr Sicherheit in der Informationstechnik
Federal Office for Information Security (BSI)
Referat OC23 - CERT-Bund
Godesberger Allee 185-189, 53175 Bonn, Germany
Ich zeige euch wie ihr den Port mit nur wenigen Befehlen schließen könnt.
ACHTUNG: Wenn der Debian-Server als NFS-Server genutzt wird, darf der Port nicht geschlossen werden!
Punkt 1: Prüfen ob Port 111 offen ist
Mit rpcinfo -p prüfen wir ob der Portmapper Dienst läuft.
rpcinfo -p
program vers proto port service
100000 4 tcp 111 portmapper
100000 3 tcp 111 portmapper
100000 2 tcp 111 portmapper
100000 4 udp 111 portmapper
100000 3 udp 111 portmapper
100000 2 udp 111 portmapper
100024 1 udp 53272 status
100024 1 tcp 52179 status
100005 1 udp 20048 mountd
100005 1 tcp 20048 mountd
100005 2 udp 20048 mountd
100005 2 tcp 20048 mountd
100005 3 udp 20048 mountd
100005 3 tcp 20048 mountd
100003 3 tcp 2049 nfs
100003 4 tcp 2049 nfs
100227 3 tcp 2049 nfs_acl
100021 1 udp 53754 nlockmgr
100021 3 udp 53754 nlockmgr
100021 4 udp 53754 nlockmgr
100021 1 tcp 44609 nlockmgr
100021 3 tcp 44609 nlockmgr
100021 4 tcp 44609 nlockmgr
Weiter prüfen wir ob der Dienst, wie Debian üblich, auf 0.0.0.0:111 lauscht.
netstat -ntupl | grep 111
tcp 0 0 0.0.0.0:111 0.0.0.0:* LISTEN 1/init
tcp6 0 0 :::111 :::* LISTEN 1/init
udp 0 0 0.0.0.0:111 0.0.0.0:* 1/init
udp6 0 0 :::111 :::* 1/init
Punkt 2: RPC Port 111 schließen
Sollte man keinen NFS-Server betreiben, ist es am sinnvollsten den RPC Dienst zu stoppen und deaktivieren.
systemctl stop rpcbind
systemctl disable rpcbind
systemctl mask rpcbind
systemctl stop rpcbind.socket
systemctl disable rpcbind.socket
Punkt 3: Prüfen ob Port 111 geschlossen ist
Wir prüfen ob der Dienst maskiert und deaktiviert wurde.
systemctl status rpcbind
● rpcbind.service
Loaded: masked (Reason: Unit rpcbind.service is masked.)
Active: inactive (dead)
Jetzt prüfen wir noch ob der Port 111 wirklich geschlossen ist und kein Dienst mehr auf dem Port läuft.
netstat -ntupl | grep 111
... leere Ausgabe ...
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